Warum fast den gleichen Preis für das gebrauchte Haus eines anderen zahlen? In Estepona kostet ein Neubau pro Quadratmeter nur 2,9 % mehr als eine Bestandsimmobilie: 5.145 € gegenüber 5.000 €, über alle Objektarten, nach unserer Erhebung vom 18. September 2026.

Für diesen Unterschied bekommen Käufer ein neues Zuhause nach heutigem Baustandard, gesetzliche Gewährleistung und gesicherte Anzahlungen. In zwei Stadtteilen, Selwo und Punta Plata, ist Neubau sogar günstiger als der Bestand.

Neubau in Estepona kostet nur 2,9 % mehr als Bestand

Estepona, alle ObjektartenPro m²Stand
Neubau, Median5.145 €18.09.2026
Bestand, Preisindex5.000 €August 2026
Aufschlag Neubau+2,9 %September 2026
Neubau: eigene Erhebung, 840 bepreiste Einheiten in 118 Projekten. Bestand: öffentlicher Preisindex der Gemeinde. Jeweils Angebotspreise.

Ein Neubau kostet in Estepona pro Quadratmeter praktisch so viel wie eine gebrauchte Immobilie. Die Basis ist breit: 840 Einheiten in 118 Projekten sind der größte Teil des aktuellen Neubauangebots der Stadt. Der Wert gilt über alle Objektarten, also Wohnungen, Reihenhäuser und Villen zusammen, und damit für den Markt, in dem Käufer in Estepona tatsächlich wählen.

Estepona: Neubau 5.145 € pro m², Bestand 5.000 € pro m², Aufschlag 2,9 %
Neubau gegen Bestand in Estepona, September 2026. Eigene Auswertung.

Warum ist Neubau in Estepona kaum teurer als Bestand?

Weil der Bestand stark aufgeholt hat und ein großes Neubauangebot die Preise im Wettbewerb hält. Der Abstand ist nicht geschrumpft, weil Neubau billig geworden wäre, sondern weil gebrauchte Immobilien deutlich teurer geworden sind.

Der Bestand hat aufgeholt: +98,7 % in fünf Jahren

Der öffentliche Preisindex für Bestandsimmobilien in Estepona lag im August 2026 17,4 % über dem Vorjahr und 98,7 % über dem Wert von 2021. Über zehn Jahre sind es +194,1 %. Mit jedem Prozent, das der Bestand zulegt, rückt er näher an das Preisniveau neuer Projekte heran. Der Index liegt heute mehr als doppelt so hoch wie vor der Finanzkrise: Im August 2007 stand er bei 2.391 € pro m², im August 2026 bei 5.000 €. Das ist kein Rückprall auf alte Höchststände, sondern ein neues Preisniveau, das sich über ein Jahrzehnt aufgebaut hat.

840 neue Einheiten in 118 Projekten

Estepona hat an der westlichen Costa del Sol das mit Abstand größte Neubauangebot. Wo so viele Projekte gleichzeitig verkaufen, bepreisen Bauträger im Wettbewerb. Zum Vergleich: In Marbella waren es am selben Stichtag 244 bepreiste Einheiten, in Manilva 256, in Casares 228.

In Selwo und Punta Plata ist Neubau sogar günstiger als Bestand

In zwei der gefragtesten Lagen Esteponas liegt Neubau unter dem Bestand derselben Zone. Beide liegen an der Neuen Goldenen Meile zwischen Estepona und Marbella.

ZoneNeubau pro m²Bestand pro m²Abstand
Selwo5.302 €6.004 €−11,7 %
Punta Plata5.968 €6.552 €−8,9 %
Estepona gesamt5.145 €5.000 €+2,9 %
Neubau: eigene Erhebung, 18.09.2026. Bestand: öffentlicher Preisindex, Selwo März 2026, Punta Plata April 2026, Gemeinde August 2026.

In Selwo und Punta Plata liegt der Bestand deutlich über dem Gemeindeschnitt. Das neue Angebot ist dort zu Preisen am Markt, die darunter liegen. Für Käufer heißt das: neue Bausubstanz in einer etablierten Toplage, zu einem Quadratmeterpreis unter dem der Nachbarn.

Selwo ist ein grünes, ruhiges Wohngebiet mit dem Tierpark Selwo Aventura und der Atlas American School in der Nachbarschaft, wenige Minuten von Strand und Zentrum, mit schneller Anbindung an die A-7 Richtung Marbella, Sotogrande und Gibraltar. Punta Plata liegt direkt an der Playa de Punta Plata mit ihrem dunklen Vulkansand, die Playa del Padrón und Strandrestaurants sind wenige Minuten entfernt. In beiden Zonen lassen sich neue Wohnungen in Lagen kaufen, deren Bestand über dem Durchschnitt der Stadt liegt.

Was Käufer für 2,9 % Aufschlag bekommen

Für den kleinen Aufschlag gibt es gesetzliche Garantien, die eine Bestandsimmobilie nicht bietet. Das spanische Bauordnungsgesetz Ley 38/1999 regelt beide:

  • Gesicherte Anzahlungen: Ab der Baugenehmigung laufen alle Raten über ein Sonderkonto und sind durch Bankbürgschaft oder Versicherung gedeckt, einschließlich Steuern und Zinsen.
  • Gewährleistung: ein Jahr für Ausführungsmängel, drei Jahre für die Bewohnbarkeit, zehn Jahre für das Tragwerk, gerechnet ab der Abnahme.
  • Heutiger Baustandard: aktuelle Dämmung, Verglasung und Haustechnik, Klimaanlage für Sommer und Winter.
  • Gemeinschaft ohne Altlasten: keine aufgelaufenen Rückstände, keine Sonderumlage für ein altes Dach.

Dazu kommt die Zehnjahresversicherung: Für Wohngebäude schreibt Artikel 19 des Bauordnungsgesetzes eine Versicherung oder Garantie vor, die zehn Jahre lang Schäden am Tragwerk deckt. Beim Kauf einer Bestandsimmobilie trägt dieses Risiko der Käufer allein, sobald die Frist abgelaufen ist. Für Investoren, die eine Immobilie über viele Jahre halten und vermieten wollen, ist das der wichtigste Unterschied zwischen neu und gebraucht, wichtiger als die 2,9 %.

Inklusive Steuern liegt der Abstand bei rund 7 %

Beim Kauf fallen in Andalusien unterschiedliche Steuern an: beim Neubau 10 % Mehrwertsteuer und 1,2 % Stempelsteuer, beim Bestand 7 % Grunderwerbsteuer. Rechnet man die Steuern ein, kostet der Neubau-Quadratmeter in Estepona rund 5.721 € gegenüber rund 5.350 € im Bestand, ein Abstand von rund 7 %. Für eine neue Immobilie mit zehn Jahren Gewährleistung auf das Tragwerk ist das ein kleiner Aufpreis. Die Posten im Einzelnen stehen im Artikel Kaufnebenkosten in Spanien.

Estepona gegen Marbella: Neubau rund 31 % günstiger

Am 18. September 2026 lag der Neubau-Median in Estepona bei 5.145 € pro m², in unserem Marktgebiet Marbella bei 7.491 €. Estepona liegt damit rund 31 % darunter, an derselben Küste und mit demselben Klima.

OrtNeubau pro m²EinheitenGegenüber Marbella
Marbella7.491 €244–
Casares6.969 €228−7,0 %
Benahavís6.548 €186−12,6 %
Manilva5.266 €256−29,7 %
Sotogrande5.215 €47−30,4 %
Estepona5.145 €840−31,3 %
Neubau, Median der Angebotspreise pro m², alle Objektarten, eigene Erhebung vom 18. September 2026. Marbella: unser Marktgebiet im Westen der Gemeinde.

Was das konkret heißt: Für 500.000 € bekommt man beim Median-Quadratmeterpreis in Estepona rund 97 m² Neubau, in Marbella rund 67 m², also rund 30 m² weniger. Estepona verbindet damit den niedrigsten Neubaupreis der sechs Orte mit dem größten Angebot. Wer in Estepona kauft, zahlt pro Quadratmeter fast so viel wie im Bestand und deutlich weniger als in Marbella.

Warum steigen die Immobilienpreise in Estepona?

Weil die Stadt wächst, schuldenfrei investiert und die Nachfrage aus der ganzjährigen Wohnbevölkerung kommt. Der Anstieg des Bestands, der den Neubau-Aufschlag so klein macht, hat eine Grundlage.

Fast 13.000 neue Einwohner seit 2016

Estepona wuchs von rund 67.000 Einwohnern im Jahr 2016 auf knapp 80.000 im Jahr 2025, ein Plus von 19,4 %. Marbella wuchs im selben Zeitraum um 13,5 %. Jeder neue Einwohner braucht eine Wohnung für das ganze Jahr, nicht nur für die Saison.

Schuldenfrei, mit Rekordinvestitionen

Die Stadt hat laut Stadtverwaltung eine geerbte Verschuldung von über 300 Mio. € vollständig getilgt und investiert im Haushalt 2026 rund 27 Mio. €, den höchsten Wert ihrer Geschichte. Dazu gehören ein von der Stadt finanziertes Krankenhaus für 15 Mio. €, ein Küstenkorridor von über 21 Kilometern und der Bulevar Parque Central für knapp 10 Mio. €. Gleichzeitig sinkt die Grundsteuer für gemeldete Haushalte im Schnitt um 20 %.

Die Mieten wachsen mit

Die Langzeitmiete lag im August 2026 bei rund 21 € pro m² und Monat, 117,7 % über dem Wert von vor fünf Jahren. Mieten und Kaufpreise haben sich damit in derselben Größenordnung entwickelt. Das Preisniveau ist durch Nutzung gedeckt, nicht nur durch Erwartungen.

So vergleichen Investoren Neubau und Bestand richtig

Ein fairer Vergleich rechnet Fläche, Steuern und laufende Kosten ein, nicht nur den Angebotspreis. In dieser Reihenfolge:

  1. Gleiche Fläche vergleichen. Gebaute Fläche, Nutzfläche und Terrasse getrennt ausweisen lassen, sonst vergleicht man unterschiedliche Quadratmeter.
  2. Kaufsteuern addieren. Neubau 10 % plus 1,2 %, Bestand 7 %, erst dann die Gesamtsummen gegenüberstellen.
  3. Laufende Kosten prüfen. Beim Bestand Haushalt und Protokolle der Eigentümergemeinschaft, beim Neubau den Entwurf der Statuten.
  4. Energieausweis lesen. Er zeigt, was Klimaanlage und Heizung über das Jahr kosten.
  5. Beim Neubau die Garantie sehen. Für jede Rate das individuelle Garantiedokument und das Sonderkonto.

Was bedeutet das für Investoren?

Neubau zum Bestandspreis in einem Markt, dessen Bestand um 98,7 % in fünf Jahren gestiegen ist. Wer heute neu kauft, steigt nahe am Niveau des Wiederverkaufsmarkts ein und bekommt dafür eine Immobilie, die über Jahre keine größeren Investitionen braucht. Die Bruttomietrendite im Bestand lag im August 2026 bei 5,05 %. Wer eine neue Wohnung zum nahezu gleichen Quadratmeterpreis kauft, profitiert von derselben Mietnachfrage, ohne in den ersten Jahren größere Instandhaltung einplanen zu müssen.

Die Werte sind Vergangenheit und keine Prognose. Was ein konkretes Projekt kostet, zeigen die Neubauprojekte in Estepona und die Übersicht aller Neubauprojekte. Worauf es beim Kauf einer Wohnung ankommt, steht im Artikel Wohnung in Spanien kaufen.

Neubauprojekte in Estepona

Woher die Zahlen stammen

Neubau: eigene Erhebung der Angebotspreise aller bepreisten Einheiten in unserem Marktgebiet, Median, 18. September 2026. Bestand: öffentlicher Preisindex für Bestandsimmobilien, Gemeinde bis August 2026, Zonen bis März beziehungsweise April 2026. Zonen mit weniger als 20 bepreisten Einheiten, weniger als drei Projekten oder einem Projekt mit mehr als der Hälfte des Angebots werden nicht ausgewiesen. Steuersätze: Junta de Andalucía, gültig seit April 2021. Gewährleistung und Anzahlungssicherung: Ley 38/1999.